Bereich "Identifikation"
Signatur
Titel
Datum/Laufzeit
- 1993 - 2013 (Anlage)
Erschließungsstufe
Bestand
Umfang und Medium
44 Kartons mit Fallakten zu Personen, 2 Kartons mit Diverses (Index zu Fallakten, Ärztliche Unterlagen, Nachweise Dokumentenübermittlung (Fax), Projekte und Berichte von KlientInnen, Sitzungs- und Ergebnisprotokolle Flüchtlingsberatung "Ex-Gorio", Übersetzungen und Abschriften von Dokumenten, Auskünfte und Stellungnahmen der Rechtsberatung).
Bereich "Kontext"
Name des Bestandsbildners
Bestandsgeschichte
Die ursprünglich 84 Ordner stammen vom Aufnahmezentrum für geflüchtete Menschen der Caritas in Bozen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Arbeitsmigration in Südtirol, unter der Leitung von Eva Pfanzelter, erfuhr diese vom damaligen Leiter der Aufnahmestelle, dass die Ordner im Zuge eines bevorstehenden Umzugs entsorgt werden sollten. Frau Pfanzelter nahm daraufhin Kontakt mit lokalen und regionalen Archiveinrichtungen auf, die jedoch keine Kapazitäten für eine Übernahme der Unterlagen hatten. Daraufhin brachte Frau Pfanzelter die Ordner im Jahr 2015 nach Innsbruck, wo sie in einem Büro der Universität gelagert wurden. Inzwischen hatte ein Leitungswechsel bei der Caritas Bozen stattgefunden und es bestand kein Interesse mehr an den Ordnern der Flüchtlingsberatung. Im Gespräch mit dem damaligen Institutsleiter für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck, Dirk Rupnow, wurde Eva Pfanzelter auf das gerade entstandene Dokumentationsarchiv Migration Tirol (DAM) aufmerksam. Im Jahr 2016 wurden die Ordner schließlich dem DAM übergeben.
Bereich "Inhalt und innere Ordnung"
Eingrenzung und Inhalt
Der Bestand umfasst in einzelne Fälle gegliederte Akten der Flüchtlingsberatung Caritas Bozen-Brixen. Die Caritas Bozen-Brixen fungiert als Beratungsstelle für geflüchtete Menschen und unterstützt diese in rechtlichen Fragen (Asyl) und in sozio-sanitären Angelegenheiten (Schule, Wohnung, Arbeit und medizinischer Versorgung). Nähere Informationen unter:https://caritas.bz.it/ueber-uns/unsere-geschichte.html
Die in den Akten befindlichen Dokumente sind zum Großteil in italienischer Sprache verfasst worden; einige Schriftstücke sind jedoch auch auf Deutsch und auf Englisch. Zudem sind ein mehrere Dokumente in den jeweiligen Muttersprachen der geflüchteten Personen verfasst, wie zum Beispiel Serbokroatisch, Albanisch oder Türkisch.
Ein Index ist enthalten, der insgesamt 24.107 Fälle verzeichnet. In den Ordnern, die dem DAM übergeben wurden, sind jedoch nur jene Fälle dokumentiert, die auf Seiten der Flüchtlingsberatung als abgeschlossen galten: Entweder, weil die betroffenen Flüchtlinge das Land verließen, einen Schutzstatus erhielten oder weil die Caritas die Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen beendete. Bei der Archivierung wurde die ursprüngliche Struktur, die chronologische Auflistung der Fälle, beibehalten.
Zuwächse
Ordnung und Klassifikation
Die Akten sind chronologisch nach Zeitpunkt der Erstberatung geordnet.
Bedingungen des Zugriffs- und Benutzungsbereichs
Benutzungsbedingungen
Die Unterlagen enthalten sensible personenbezogene Daten und sind daher laut Benutzungsordnung des DAM für 100 Jahre ab Geburt der betreffenden Personen, gesperrt. Für eine Einsichtnahme und Nutzung muss eine Ausnahmebewilligung für wissenschaftliche Zwecke beantragt werden.
Reproduktionsbedingungen
In der Verzeichnungseinheit enthaltene Sprache
Schrift in den Unterlagen
Anmerkungen zu Sprache und Schrift
Findmittel
Index für Fallakten
Bereich Sachverwandte Unterlagen
Existenz und Aufbewahrungsort von Originalen
Existenz und Aufbewahrungsort von Kopien
Verwandte Verzeichnungseinheiten
Anmerkung zur Veröffentlichung
Im Jahr 2018 entstand die Masterarbeit „Vertriebene Gastarbeiter aus Libyen in Südtirol im Zuge des Arabischen Frühlings 2011. Eine qualitative Analyse von Akten der Caritas Bozen-Brixen“, welche von David Postingel verfasst wurde und bei Eva Pfanzelter eingereicht wurde. Abrufbar unter:https://ulb-dok.uibk.ac.at/ulbtirolhs/content/titleinfo/2870704